Weihnachtsfeier
An Weihnachten in den Club oder doch lieber in die Kirche? Wer das Weihnachtskonzert der NKSA besuchte, weiss: Auch in der Stadtkirche ging es richtig ab – und zwar klassisch.
Draussen ist es kalt, eiskalt. Die Köpfe in die Jacken eingezogen, die Hände sicher in den Taschen verstaut, der warme Atem kollidiert mit der klirrenden Winterluft. So stehen sie da, zahlreiche Menschen, die warten, zitternd, aufgeregt, bis sich die Türen der Stadtkirche öffnen. Endlich ist es so weit: Goldene Wärme und Kerzenlicht strömen heraus, während die Zuschauer staunend die Kirche betreten. Plätze und Gesprächspartner sind schnell gefunden. Helles, fröhliches Plaudern füllt den Raum, zwischendurch ein Lachen oder ein Kind, welches seinem Geschwister nachrennt.
Dann plötzlich – Stille. Zufriedene, gespannte Ruhe im Publikum. Der Chor und das Kantiorchester ziehen das Publikum sofort in ihren Bann. Die Saiteninstrumente tragen ihre Melodien elegant durch die Kirche und nehmen uns mit auf eine musikalische Reise. Hände zupfen sanft an Saiten und Bögen gleiten geschmeidig darüber hinweg. Ein leises Einatmen des Chores. Das Lied ertönt zuerst als feines Wispern, ganz zärtlich. Dann ein Crescendo, immer mehr anwachsend, bis die Stimmen kraftvoll, mitreissend alle einladen von ihren Stühlen aufzustehen und mitzusingen: «Halleluja!»
Es ist ein wunderschöner Moment. Wo auch immer man hinblickt: ein kleines Lächeln, ein zufriedenes Funkeln in den Augen. Noch ehe der letzte Ton des Stückes verklingt, bricht rauschender Applaus aus.
Während sich die Zuhörenden wieder setzen, wird auf der Bühne umrangiert. Notenständer rücken, Instrumente werden verschoben, der Chor tritt ab. Es folgt ein ruhiger Moment: «Es schneite den ganzen Tag», ein Gedicht von Hanspeter Kraus. Mit klarer Stimme trägt die Fachmaturandin Zoë Zulauf den Text vor schickt die winterliche Stimmung sanft durch den Raum, direkt in unsere Herzen.
Nun betritt der Dirigent Bruno Steffen wieder die Bühne. Er hat eine Bitte: «Lasst uns Weihnachten teilen und uns gemeinsam besinnen.» Die Sängerinnen des Kantichors schwärmen aus und verschmelzen mit dem Publikum. Das Orchester stimmt «O du fröhliche» an. Zuerst zögerlich, dann mutiger setzt das Publikum mit dem Kantichor ein, bis das Weihnachtslied die ganze Kirche mit seiner wunderschönen Melodie erklingen lässt. «Freue, freue dich, o Christenheit», ertönt es ein letztes Mal. Einen Moment lang verharren alle in festlicher Stille.
Draussen ist es inzwischen dunkel geworden. Durch die kunstvoll geschmückten Kirchenfenster sieht man in den frühen Abend hinaus und die Menschen – ja, die ziehen sich ihre warmen Jacken wieder über. Doch die Kälte scheint ihnen nun nichts mehr auszumachen. Erfüllt von besinnlicher Musik und Wärme treten sie aus der Stadtkirche ins Freie.
Text: Jael Ryf (F3b)
Bilder: Laura Hadorn



