Von Schülern entdeckt: Japanisches Blutgras
Die Gefahren von Neophyten kennen wir aus dem Biologieunterricht. Doch oftmals bemerken wir nicht, dass invasive Arten auch in unserer Umgebung anzutreffen sind. Zum Beispiel das Japanische Blutgras.
Das Japanische Blutgras (Imperata cylindrica), auch Silberhaargras genannt, findet sein schönstes Äusseres im Herbst. Rot verfärbt verkörpert es die Jahreszeit von Halloween und Lagerfeuerflammen perfekt.
Die Pflanze, welche eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter erreichen kann, wird auf Grund ihrer messerscharfen Blätter (Abb. 1) auch Schwertgras genannt. Die zwischen Turnhalle und Neubau wachsenden Exemplare (Abb. 2) kommen ursprünglich aus Ost- und Südostasien sowie dem südöstlichen Afrika. Sie fanden als Zierpflanze erst im letzten Jahrhundert den Weg nach Mitteleuropa.
Die Fortpflanzung des Japanischen Blutgrases findet im Sommer statt. Die im Blütenstand befindlichen Samen werden vom Wind transportiert und können sogar im Feuer überleben.
Die Pflanzenart zeichnet sich durch ihre langen Wurzeln aus, welche eine Tiefe von 1,2 Metern erreichen können. Daher wurde sie in den 1940er Jahren an der südlichen Küste der USA als Schutz vor Erosion eingesetzt. Heute ist sie auf allen bewohnten Kontinenten vertreten.
Doch birgt dieses Süssgras auch eine heilende Wirkung, wie man schon im alten China erkannte. Es wirkt blutstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend. Historisch fand es auch Verwendung in der Dachdeckerei und der Papierherstellung.
Trotzdem: Eine verharmlosende Sicht auf diese Art ist nicht angesagt. Invasive Neophyten sind eine der grössten Gefährdungen für unsere Biosysteme und somit auch für unsere Lebensqualität.
Darum: Anstatt bei der Gartenbepflanzung zu diesem oder weiteren gefährlichen Neophyten zu greifen, lasst doch lieber eine Wiese mit hier heimischen Wildblumen blühen.
Text: Luca Adlim (G2D)
Bilder: Lia Meier (G2G)
