Ein Tag bei der UNO
In Genf hat das Akzentfach Gsw einiges erlebt…
Früh am Morgen, um halb acht, treffen wir uns am Bahnhof Aarau. Sonnencreme, Caps und Sonnenbrillen sind bei dem warmen Wetter Pflicht. Gemeinsam mit Frau Hongler und Herrn Floris machen sich die Klassen G2A und G2B auf den Weg nach Genf. Die lange Zugfahrt verkürzt man sich mit Gesprächen, kleinen Spielen – ja, auch mit einer Runde UNO – und viel Vorfreude. In Genf angekommen, teilen wir uns in zwei Gruppen auf: Die eine startet im Palais des Nations, dem europäischen Hauptsitz der UNO, die andere im Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum.
Schon der Sicherheitscheck beim Eingang der UNO erinnert daran, dass wir hier an einem besonderen Ort sind. Drinnen angekommen, führt uns ein Guide über das weitläufige Gelände und erklärt die Geschichte des Gebäudes, das seit 1966 Sitz der Vereinten Nationen in Europa ist. Der Park, auf dem sich die UNO Gebäude befinden, ursprünglich im Besitz der Genfer Familie Revilliod de Rive, wurde der Stadt im Jahr 1890 von Gustave Revilliod vererbt, unter anderem unter der Einigung, dass er auf dem Gelände beerdigt werde und der Park für die Öffentlichkeit frei zugänglich sei.
Als wir das Gebäude betreten, sind wir von den Konferenzräumen besonders beeindruckt: drei riesige Säle, von verschiedenen Ländern gesponsert und völlig unterschiedlich gestaltet – vom schlichten, modernen Stil bis hin zu einer fast «sixtinisch kirchlichen» Atmosphäre (letzterer wurde von Spanien finanziert). Mit Kopfhörern können wir sogar erleben, wie Konferenzen live in mehrere Sprachen übersetzt werden. Diese Einblicke zeigen, wie international und vielfältig die Arbeit der UNO ist.
Eine Überraschung erwarten uns auch noch: Irans Aussenminister Abbas Araghchi ist am selben Tag wie wir bei der UNO, kurz vor dem geplanten Treffen mit den EU-Aussenministerinnen und -ministern.
Nach der Mittagspause wechseln die Gruppen. Im Rotkreuzmuseum erfahren wir mehr über die Geschichte und die Aufgaben dieser Organisation. Die Ausstellung beeindruckt mit bewegenden Schicksalen von Kriegsopfern, vermissten Kindern und unzähligen Namen in Aktenordnern – oft bedrückend, aber zugleich lehrreich und motivierend: Am Ende wird uns gezeigt, wie jede und jeder selbst einen Beitrag leisten kann.
Am Abend steigen wir mit vielen neuen Eindrücken zurück in den Zug nach Aarau. Einige diskutieren noch lange darüber, wie spannend es wäre, später einmal selbst bei einer solchen Organisation zu arbeiten und wir stellen fest, dass wir beim Spiel UNO im Zug vielleicht sogar noch mehr Uneinigkeiten hatten als die Vereinten Nationen selbst.
Text und Fotos: Jonna Schatzmann



