Der gemeine Efeu
Als Sinnbild für Treue und ewige Liebe seit der Antike verehrt, schmückt der Efeu die menschliche Kulturgeschichte bis in die Gegenwart. Dabei liegt seine wahre Bedeutung in der Ökologie.
Der gemeine Efeu (Hedera helix), auch gewöhnlicher Efeu genannt, ist in West-, Mittel- und Südeuropa sowie in Südwestasien heimisch. Efeu ist eine sehr robuste und anpassungsfähige Pflanze, die am liebsten im Halbschatten auf nährstoffreichen, feuchten Böden wächst. Man findet ihn häufig in lichten Laubwäldern, an Mauern oder an Felsen (Abb. 2). Zu starke Sonneneinstrahlung kann jedoch zu Blattverbrennungen führen, während sehr dunkle Standorte das Wachstum hemmen.
Efeu ist eine ausdauernde Kletterpflanze, die bis zu 20 Meter hoch werden kann. Mithilfe seiner Haftwurzeln klammert er sich an Mauern, Bäumen oder Felsen fest. Die Pflanze ist leicht an ihren charakteristischen Blättern zu erkennen: Sie sind herzförmig bis dreilappig, dunkelgrün und besitzen eine ledrige Oberfläche (Abb. 1).
Von September bis November erscheinen unscheinbare grüngelbe Blüten, die im Winter zu schwarzen Beeren heranreifen. Diese Früchte sind für den Menschen giftig, im Winter jedoch eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel. Auch die späte Blütezeit macht Efeu zu einer wertvollen Pflanze für Bienen und andere Insekten, da zu dieser Jahreszeit nur noch wenige Pflanzen blühen.
Für die Biodiversität rund um die NKSA spielt Efeu ebenfalls eine Rolle: Er kann an Mauern, Zäunen und Bäumen der Schulumgebung Lebensräume für Vögel und Insekten schaffen. Sein dichter Wuchs bietet Schutz, Nistplätze und Nahrung. Die durch Efeu begrünten Betonmauern der NKSA erzielen in den heissen Jahreszeiten zudem einen willkommenen Kühleffekt. Darüber hinaus verbessert der jährlich fallende Laubabwurf die Bodenqualität. Damit zeigt sich, dass Efeu nicht nur ein dekoratives Element auf dem Schulgelände ist, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht leisten kann.
Text und Bilder: Carolin Wendler (G3G)
