Achtung: Kunst!
Ein kleiner Rundgang durch unsere Schule zeigt, wie die vielen Kunstwerke uns heimlich beeinflussen. Öfter, als wir denken, gehen wir allerdings achtlos an ihnen vorbei. Ich öffne euch die Augen.
Wie oft gehe ich durch das Schulgelände, ohne wirklich hinzusehen? Von einem Schulzimmer ins nächste, häufig in Gesprächen oder Gedanken versunken. Dabei komme ich ständig an Kunstwerken vorbei, die ich längst als selbstverständlich empfinde und daher nicht mehr richtig wahrnehme. Erst wenn ich mir vorstelle, sie wären nicht hier, fällt mir auf, wie stark sie wirken. Sie sind wie leise Begleiter, die unseren Tag farbiger und interessanter machen. Mit ihnen ist die Schule lebendig und fröhlich, ohne sie wäre alles kahl und leer.
Ich nehme euch jetzt mit auf einen kleinen Rundgang. Gemeinsam entdecken wir Kunst, die im Hintergrund verschwindet, obwohl sie direkt vor unseren Augen steht, liegt oder hängt.
Wir beginnen beim grossen «Dreibeinstein» von Theodor Huser, gleich vor dem Eingang des Neubaus. Ein riesiger Stein auf einem länglichen Podest, der aussieht wie ein Zahn. Der Künstler platzierte ihn absichtlich hier, weil dort täglich Hunderte Schülerinnen und Schüler vorbeikommen. Oft sieht man Personen, die das Kunstwerk als Sitzmöglichkeit oder Treffpunkt nutzen.
Gehen wir die Aussentreppe hinter dem Dreibeinstein hinunter und dann nach rechts, treffen wir schon auf das nächste Kunstwerk: die «Grosse Schaukel» von Gillian White. Sie besteht aus einem Halbkreis aus Corten-Stahl und vier Dreiecken im Inneren. Eine klare Form, die gleichzeitig offen für freie Gedanken bleibt.
Im Neubau bei den Treppen wartet die «Schlaufe» von Jürg Stäuble. Eine grosse, orange Plastik aus Flugzeugsperrholz, die in der Luft hängt. Spannend ist, dass man sie von allen Richtungen betrachten kann, wenn man in der Umgebung der Treppe steht. Dabei stellt sich schnell die Frage, wie das Holz in diese Wellenform gebogen werden konnte.
Wenn wir zu den Eingangstüren gehen, begegnen wir einer Skulptur. Diese sieht aus wie mehrere weisse, aufeinandergestapelte Vasen mit jeweils einem Loch darin. In Wirklichkeit wollte die Künstlerin Marianne Geiger eine Flötenskulptur darstellen, daher der Name «Flöte». Sie steht so offensichtlich im Raum, aber verschwimmt gleichzeitig mit dem Hintergrund.
Nun begeben wir uns wieder nach draussen. Auf der Wiese zwischen Turnhalle und Altbau befinden sich nämlich die drei Gesteinslinien von Heiner Richner. Sie werden oft übersehen, da die Holzbank, direkt daneben, viel mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht. Der Künstler wollte Natur und Kunst verbinden.
Zum Schluss gehen wir zum Würfel von Beat Zoderer beim Hintereingang des Altbaus, ganz in der Nähe der Gesteinslinien. Auf den ersten Blick ist es ein normaler Betonwürfel, doch wenn wir genauer hinsehen, erkennen wir eine Struktur aus Linien. Wie wurden diese wohl gemacht?
Solche Fragen begleiten uns auf unserem Rundgang. Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen die Augen öffnen für die Kunst an der NKSA. Möglicherweise schaut ihr das nächste Mal etwas genauer hin oder fragt euch: Welche Kunstwerke habe ich heute schon übersehen?
Mehr über die Kunstwerke an der NKSA findet ihr hier.
Text und Fotos: Ladina Brunner, F3d
Dieser Blogbeitrag entstand in der Medienkunde an der FMS. Zehn Schülerinnen und Schüler nehmen die NKSA mit einem selbstgewählten Thema aus subjektiver Perspektive unter die Lupe.


